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Ein Camping – Abstecher in die Franche-Comté

1 September 2010 Von: Uwe 1.007 mal gelesen Keine Lesermeinung
 


Die Franche-Comté ist ein relativ unbekannter Streifen Land inmitten der fast vergessen wirkenden Französischen Provinz. Eingebettet zwischen dem Jura und dem Burgund ist die Franche-Comté Bauernland. Viele Wälder und traumhafte Flüsse, kleine Campingplätze und familiäre Pensionen und kleine Hotels bilden den Rahmen für eine Entdeckungsreise der besonderen Art.

Im Frühsommer nutzten wir ein verlängertes Wochenende, diesen verträumt wirkenden Teil unseres westlichen Nachbars mal wieder zu besuchen. Die deftige, bodenständige Küche und die gastfreundlichen Menschen sind immer wieder eine tolle Vorbereitung auf den Sommer. Unser letzter Besuch inspririerte mich dazu, einmal über diesen tollen Landstrich zu berichten.

Die Quelle der Loue bei PontarlierDie Franche-Comté kann man sehr gut mit dem Fahrrad entdecken. Das Tal der Loue entlang, vom spektakulären Canyon der Loue-Quelle durch das anfangs schroff-felsig wirkende Tal, an der Source de Lison vorbei bis hin zur Mündung der Loue in den Doubs. Ein zweiwöchiges Programm mit vielen kleinen Campingplätzen und tollen Möglichkeiten zum Baden, Ausspannen und Entdecken.

Natürlich geht es hin und wieder mal Bergauf, aber am Ende entschädigt diese Tour für alle Anstrengungen. Grade im Sommer ist es hier nicht überlaufen, auf den Campingplätzen findet man immer einen Platz und das Wasser der Flüsse ist sauber und, zumindest an den Unterläufen, angenehm erfrischend.

Die Loue ist 122 Kilometer lang und kann mit dem Fahrrad ab Mouthier Haute Pierre begleitet werden. Das ist am oberen Ende des bereits erwähnten Canyons – Sehr eindrücklich und nur ca. 4 Kilometer von der Quelle entfernt.

LodsSo bietet es sich auch an, im nächsten Dorf, Lods, das erste Quartier zu nehmen und seine Zelte auf dem dortigen Camping Communale aufzustellen. In Mouthier ist der Gemeindezeltplatz leider verwaist, nachdem der Zeltplatzwart in Pension gegangen ist. Schade!

Von Lods aus lohnt es sich, die Loue aufwärts zu laufen und nach ca. 6 Kilometern die wirklich eindrückliche Quelle dieses Flusses besuchen. Man glaubt es erst, wenn man davorsteht: Da kommt wirklich der komplette Fluss aus dem Fels.

Vallee de la LoueWeiter geht es entlang kleinerer Dörfer über Ornans, dem Hauptort des oberen Loue-Tales. Dort kann man sich mit wohlschmeckenden Würsten und Spezialitäten der Region rüsten, bevor es zunächst noch am Talgrund entlang weitergeht. Wie man auf dem Foto erkennen kann, reihen sich die Dörfer im oberen Tal der Loue wie eine Perlenkette im Talgrund aneinander. Dort verläuft auch beidseitig des Flusses die Fahrradroute, wobei die linke Flusseite zu bevorzugen ist. Auf der rechten Seite ist die Strasse, die besonders bei schönem Wetter bei Motorradfahrern sehr beliebt ist. Links teilen Fahrradfahrer den Weg mit Wanderern und auf einzelnen Teilstücken sehr sporadisch vorbeifahrenden Autos.

Die Loue ist ab Ornans ein bei Kanufahrern beliebter Fluss. Wir als Faltböötler konnten das noch nicht ausprobieren, da viele Wehre gefahren werden müssen und wir dann immer Angst um die kostbare Bootshaut haben.

Kurz vor Cleron schliesslich verlässt der Weg kurz die Loue und das erste Mal werden die Waden getestet. Der Strasse folgend hat man die Wahl: Entweder der weiten Schleife des Flusses folgen oder der Strasse entlang weiter Richtung Quingey. Quingey ist ein gemütlicher, kleiner Ort an dem man schön am Ufer der Loue zelten kann.

Im weiteren Verlauf werden die Etappen immer flacher, die Anfangs steilen Kalksteinklippen werden flacher, bis Sie schliesslich ganz verschwinden. Dafür werden die Waldstücke länger und der Gegenwind spürbarer, der hier meist aus westlicher Richtung bläst – Uns entgegen. Aber auch bei sommerlicher Hitze ist der Fluss immer nah, so das in regelmässigen Abständen eine Badepause eingelegt werden kann.

Loue Mündung in den DoubsEhe man sich versieht, sind die 120 Kilometer vorbei und die Loue mündet in den Doubs, ebenfalls ein wunderbares Gewässer – schnell strömend, aber immer irgendwie wildromantisch. Ein Abstecher zur Mündung ist unbedingt zum Empfehlen, in zwei Flüssen baden ist immer etwas besonderes. Ein paar Kilometer weiter kommt man, so man möchte, zum „kleinen Schwarzen“ – Einem Ort, der für uns seit geraumer Zeit entweder den Endpunkt oder den Ausgangsort für weitere Exkursionen darstellt: Petit Noir, ein winziges Dorf an der Grenze zum Burgund, in dem es sehr ruhig zu und hergeht, aber in dem es trotzdem an nichts mangelt.

Vom dortigen Campingplatz habe ich ein kleines Video gefunden, zwar französisch, aber die Botschaft kommt auch so rüber:

Video vom Camping „Bords du Doubs“ in Petit Noir

Wir besuchen die Franche-Comté mittlerweile fast seit 10 Jahren mehr oder weniger regelmässig. Besonders nach einem stressigen Winter oder Frühling bietet die französische Provinz einen enormen Erholungswert, der die vom Alltag entleerten Akkus wieder auflädt. Prädikat: Für Familien mit Kindern, die selbst schon ein paar Kilometer Radfahren können, empfehlenswert!

Hier noch, wie gewohnt, ein paar empfehlenswerte Links ins weite Internet:

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